Archiv der Kategorie: Vermittlung

Die social learn methode® der Social Media Akademie

Die Social Media Akademie hat eine eigene didaktische Methode entwickelt, um Kernkompetenzen der Social Media zu vermitteln.

Die Methode heißt social learn methode® und besteht aus drei Kernelementen:

  1. Lernen mit Social Media Anwendungen,
  2. Kollaboratives Lernen in Lerncommunities,
  3. Öffentliches Lernen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, werden die unterschiedliche Lehrgänge nur online geführt, es gibt keine Lehreinheiten in Präsenz. Es wird schon „klassisch vorgetragen“, nur dass die Vorträge online gestreamt werden.

Die Vorteile dieses didaktischen Konzeptes sehe ich in diesem Fall nicht nur in den Ersparnissen von Kosten und Zeit. Wenn man keine Möglichkeit hat, sich in Präsenz zu äussern, dann macht man es entweder online oder gar nicht. Diejenigen, die es gar nicht machen, sind im falschen Kurs, und das ist dann von Anfang an klar.

Der Hauptunterschied zu den didaktischen eLearning-Modellen, die wir bis jetzt—vor allem beim ZML—verwendet haben, ist, dass die Interaktionen öffentlich sind. Ich bin schon sehr gespannt, wie MitarbeiterInnen von KMUs mit Lernen in der Öffentlichkeit umgehen.

Highlights von der Fachtagung zu Open Educational Resources

Im folgenden ein paar persönliche Blitzlichter von der Fachtagung zu Open Educational Ressources in Graz am Donnerstag 26.5.2011. Die vollständige Tagungsdokumentation findet sich hier.

In ihrer Keynote spricht Grainne Conole von der Open University UK über “The changing landscape of educational practice – openness and participation”. Es enstehen neue Formen der verteilten Wahrnehmung, moderne Technologien unterstützen die Menschen, die selbst Inhalte produzieren und miteinander teilen.

Dieser Trend wirkt sich auch auf das Lernen aus, ein „Open Learning Design” unterstützt gemeinsame Reflexion und fördert Austausch und Auseinandersetzung.

Ihr Abstrakt und ihre Folien stehen auf Cloudworks zur Verfügung.

Wolfgang Greller, von der Open University of the Netherlands behandelt in seinem Vortrag “OERs and the university: institutional aspects of openness”. Besonders interessant fand ich die neu entwickelten Geschäftsmodelle, die vorsehen, dass der gesamte Inhalt offen und ohne Passwort zur Verfügung gestellt wird. Bei der Gratisregistrierung können die LernerInnen personalisierte  Services benützen und an der Community teilnehmen. Bei der Anmeldung zu konkreten Kursen bekommen sie pädagogische Unterstützung – immer noch „free of charge“. Erst der Wunsch nach Prüfung und Akkreditierung ist kostenpflichtig.

Web Literacies: ein Rückblick auf das Enterprise 2.0-Camp

Welches sind die grundlegenden Webkompetenzen von Enterprise 2.0-MitarbeiterInnen? Und wie können wie vermitteln wir sie am besten?  Die Antworten auf diese Fragen sind unsere Herausforderungen im Web Literacy Lab Graz und waren auch der Schwerpunkt der Session mit dem Titel „Web Literacies“, die beim Enterprise 2.0-Camp an der FH JOANNEUM am 25. März stattfand. Zwei Monate später möchte ich Ihnen meine Zusammenfassung und meine Reflexionen zum Thema präsentieren und hoffentlich dadurch eine weitere Diskussion initiieren.

Die Kompetenzen

Die Session startete mit meinen Input zur Definition der New Media Literacies, wie sie von Henry Jenkins und seine KollegInnen in ihren White Paper Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century erläutert werden. Gerafft findet man sie in der folgenden „cultural competencies and social skills“ Liste  (Seite 6):

  • Play— the capacity to experiment with one’s surroundings as a form of problem-solving
  • Performance— the ability to adopt alternative identities for the purpose of improvisation and discovery
  • Simulation— the ability to interpret and construct dynamic models of real-world processe
  • Appropriation— the ability to meaningfully sample and remix media content
  • Multitasking— the ability to scan one’s environment and shift focus as needed to salient details.
  • Distributed Cognition— the ability to interact meaningfully with tools that expand mental capacities
  • Collective Intelligence— the ability to pool knowledge and compare notes with others toward a common goal
  • Judgment— the ability to evaluate the reliability and credibility of different information
  • source
  • Transmedia Navigation— the ability to follow the flow of stories and information across multiple modalitie
  • Networking— the ability to search for, synthesize, and disseminate information
  • Negotiation— the ability to travel across diverse communities, discerning and respecting multiple perspectives, and grasping and following alternative norms.

Die AutorInnen behaupten, dass alle in der Liste genanten Kompetenzen notwendig sind, um aktiv an der heutigen partizipativen Webkultur teil zu nehmen. Sie sind sozialer und kultureller Natur, und um einen großen „digital gap“ zu vermeiden, sollten sie in allen Schulen unterrichtet werden. Leute, die über diese Kompetenzen nicht verfügen, werden mit Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt der Zukunft konfrontiert werden.

Online Kursmodelle

Genau wegen der sozialen Natur dieser Kompetenzen habe ich in der Runde vorgeschlagen, dass sie am besten in einer Online-Gruppe, die nach dem 5 Stufen Model von Gilly Salmon konzipiert und moderiert wird, erlernt werden können. Unserer Erfahrungen in ZML-Innovative Lernszenarien nach werden TeilnehmerInnen in solche Gruppen miteinander vertraut, können in einer geschützten Atmosphäre eigene Erfahrungen machen, sie in der Gruppe reflektieren und dadurch ihre Aktivität im Web und ihre persönliche Weiterentwicklung aktiv steuern.

Heinz Wittenbrink hat in der Gruppe seine Bedenken über die Aktivität in einer kleinen Gruppe geäußert. Seiner Meinung nach ist das Web öffentlich, und TeilnehmerInnen eines Kurses sollen von Anfang an öffentlich agieren. Die Gefahr wäre sonst, dass die private Natur der Kommunikation in einer kleinen Gruppe die TeilnehmerInnen hindert, sich nach dem Kurs im öffentlichen Web zu äußern.

Eine Alternative wäre eine Kombination von öffentlichen und Gruppenaktivitäten, wie z.B. im Kurs von Jutta Pauschenwein Lernen und Lehren im Web2.0.  In diesem Kurskonzept werden TeilnehmerInnen im öffentlichen Web aktiv, kommen aber auf einer gemeinsamen Lernplattform in ihre vertraute Gruppe, um ihre Erfahrungen zu reflektieren.

Eine weitere Alternative wäre es, einen Massive Open Online Course durchzuführen, wie Connectivism and Connective Knowledge oder der Kurs Zukunft des Lernens im deutschsprachigen Raum. Dabei finden alle Inhalte und alle Interaktionen im öffentlichen Web statt.

Drei Modelle für die Online-Kommunikation und das Konzept unserer Kursangebote stehen damit zur Auswahl. Welchen Weg wollen wir gehen?