Archiv der Kategorie: Vermittlung

Auswertung: Web Literacy bei der Langen Nacht der Forschung

102 Artikel wurden am  Freitag, dem 27.4.2012 während des Experiment von Jutta Pauschenwein und Heinz Wittenbrink geschrieben! Am fleißigsten waren Kinder zwischen 6-12 Jahren, die Antworten auf folgende Fragen gaben:

  • Was mache ich am liebsten im Web?
  • Was mache ich außerdem noch im Web?

Doch auch einige Erwachsene veröffentlichten Antworten  zu

  • Was machen Sie im Web und welche Fähigkeiten brauchen Sie dafür?
  • Welche Web-Kompetenzen würden Sie gerne erlernen?

Favoriten bei der Web-Nutzung waren

  • Spielen,
  • Konsum, Erstellung und Teilung von Multimedia (Videos, Fotos, Musik),
  • Facebook,
  • sowie Surfen und Recherchieren für die Schule.

Der insgesamte Eindruck war, dass man sich Web-Kompetenzen alleine beibringt und die Nutzung der Werkzeuge einfach ist. Eine Auswertung der Beiträge und eine Kurzreflexion aus Sicht des Web Literacy Labs findet man auf dem Blog des Experiments.

1. WORKSHOP am 18. April 2012: „Welches Netzwerk für welchen Zweck?“

Am 18. April startet das Web Literacy Lab seine Workshopreihe an der FH JOANNEUM. „Unternehmen im Social Web: Welches Netzwerk für welchen Zweck?“ Diese Frage behandelt der erste Workshop und liefert neben innovativen Erkenntnissen auch praktische Unterstützung für Unternehmen.

Wann? Mittwoch, 18. April, 12:00 bis 17:00 Uhr
Wo? FH JOANNEUM Graz

Inhalt des Workshops

Unternehmen können im Social Web Kunden, Stakeholder und andere Interessensgruppen ansprechen und mit ihnen interagieren. Doch wann und wie ist es aus betrieblicher Perspektive sinnvoll, auf Facebook, Google+, Twitter, Xing und anderen Plattformen zu kommunizieren?

In disem Workshop erklären die ExpertInnen des WLL Ihnen die Grundmechanismen und Funktionen sozialer Plattformen und zeigen anhand von Best-Practice-Beispielen auf, wie das Web für Verkaufsförderung, Recruiting, Eventorganisation, Imagebildung etc. genutzt werden kann.

Danach sind Sie dran: Gemeinsam identifizieren Sie in Kleingruppen ein konkretes Problem, das in Ihrem betrieblichen Alltag auftaucht, und dessen Lösung mittels sozialer Plattformen unterstützt werden kann. Wir helfen Ihnen, das geeignete Netzwerk für Ihre Anliegen zu wählen, zeigen Kommunikationsstrategien für Ihr Unternehmen auf und unterstützen Sie bei Ihren ersten Schritten auf der Plattform (Anlegen eines professionellen Profils, Auffinden und Management von Kontakten, Netzwerkbildung etc.).

Im Anschluss an den Workshop laden wir Sie zu Networking und einem Buffet ein und freuen uns auf Ihre Fragen, Ihr Feedback und interessante Diskussionen.

ReferentInnen

Im Workshop arbeiten Sie gemeinsam mit drei ExpertInnen des Web Literacy Lab an Ihrer Webpräsenz:

Heinz Wittenbrink, Projektleiter

Julian Ausserhofer, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kosten

Normalpreis: 490 EURO (exkl. Ust.)
Friendly Customer Discount* (-20 %): 392 EURO (exkl. Ust.)
Early Bird Discount** (-25 %): 367,5 EURO (exkl. Ust.)

Natürlich ist es möglich, beide Rabatte gleichzeitig in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall belaufen sich die Kosten für einen Workshop auf 294 € p.P.

* Rabatt für die TeilnehmerInnen des Onlinetrainings WLL+ Netzwerkaufbau
** Rabatt für Frühbucher (Anmeldung bis spätestens 11. April 2012)

(alle Preise inkl. Unterlagen und Catering)

Anmeldung und Rückfragen

Claudia Linditsch, MA
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Web Literacy Lab
E-Mail: claudia.linditsch@fh-joanneum.at
Tel.: +43 (0)316 5453 6832

Nähere Informationen zum genauen Ort sowie zur Bezahlung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung per Mail von Claudia Linditsch.

Kursbericht: Lernen und Lehren mit Social Media

Der Online Kurs: Lernen und Lehren mit Social Media, der zum ersten Mal im Rahmen des Web Literacy Labs angeboten wurde, ist vor kurzem, und nach 4 Wochen eines sehr intensiven Austausches, zu Ende gegangen. Meine Gefühle nach so einem Kurs sind immer sehr gemischt. Einerseits war ich froh meine Abende wieder frei zu haben, andererseits vermisse ich den Austausch mit den 11 KursteilnehmerInnen immer noch.

Im Kurs experimentierten wir drei Wochen lang mit Social Media wie FacebookDiigoGoogle SitesPreziTwitter und Blogs (WordPressPosterous), erfuhren neue Wege des Lernens und Lehrens und konzipierten didaktische Konzepte für den Einsatz dieser Medien in der eigene Lehre/im eigenen Training. Auch erste Umsetzungen in der Lehre wurden präsentiert und diskutiert!

Wie alle andere KursteilnehmerInnen weiss ich jetzt auch, welche Interaktionen in Facebook möglich sind und welche nicht. Die erste Woche war für alle die Zeit der Auseinandersetzung mit dem Kurs, mit der Gruppe und mit Facebook selbst und wir haben uns eigentlich alle damit geplagt. In der zweiten Woche war die Funktionalität von Facebook kein Thema mehr, wir haben uns einigermaßen mit der Technik abgefunden und das Beste daraus gemacht. Interessant dabei ist, dass dieser Ablauf für mich bekannt ist. In fast allen online Kursen, die wir – das Team des „ZML-Innovative Lernszenarien“ – bis jetzt moderiert haben, ist die erste Woche die Zeit der Auseinandersetzung mit der Hürde der Technik, egal auf welcher Plattform der Kurs abläuft.

Während des Social Media Kurses fragte ich mich immer wieder, ob ich den KursteilnehmerInnen ein strukturiertes Diskussionsforum (das hat uns am meisten auf Facebook gefehlt) in einer geschlossenen eLearning Plattform (wie zB. Moodle) anbieten soll? Ich habe die Frage immer mit Nein beantwortet und bin mit der Entscheidung zufrieden. Ein Kurs über Social Media, der aber in einer gut strukturierten, geschlossenen eLearning Plattform stattfindet, würde TeilnehmerInnen eventuell eher begrenzen, als die gewünschte Erforschung der Social Media zu fördern.

Der Online Kurs „Lernen und Lehren mit Social Media“ wird im Moment evaluiert und auch für die Bedürfnisse von MitarbeiterInnen von wissensintensiven Unternehmen adaptiert und im Frühjahr 2012 angeboten. Ich bin auf die nächste Gruppe schon sehr gespannt!

„We need every teacher digital, and every student digital.“

Neelie Kroes, die Europäischen Kommissarin für digitale Agenden, hat eine prägnante und entschiedene Rede gehalten: Transforming learning through technology – new tools for teachers, new opportunities for students [via lisarosa]. Kroes fordert, das gesamte Erziehungssystem auf digitale Technologien umzustellen:

My goal in the EU is clear: to get Every European Digital. That has to include education and training. We need every teacher digital, and every student digital. Right from the very start of formal education, and as part of lifelong learning.

Vorbild ist Südkorea, wo es keine Schulbücher auf Papier mehr gibt:

So, why, here in Europe, do most of our classrooms still feel like they did when I was at school? When digital media can be combined to create interactive rich content to help teaching: why are we still based on blackboards, textbooks and a uniform approach for everybody?

Kroes legt den Akzent nicht darauf, mit digitalen Technologien das zu leisten, was das bisherige Bildungssystem mehr oder weniger gut geschafft hat. Bildung kann heute radikal individualisiert werden, sich den unterschiedlichen Lernpfaden anpassen:

No two people learn alike. There are as many ways to learn as there are learners. Some people need time to approach an idea from new angles; but those who get it straight away will get bored if they can’t move on. Some people want to hear an explanation, others to see a demonstration. Some learn best by themselves, others in a group. Some in a formal learning environment; others at home over morning coffee. And so on.

Außerdem löst sich Bildung durch die neuen technischen Möglichkeiten von den Bildungseinrichtungen. Sie hört nicht mit einem Abschluss auf und findet überall statt.

Die Vizepräsidentin der europäischen Kommission verfolgt damit Ziele, die sich—aus der Perspektive nicht nur der südösterreichischen Provinz—noch immer avantgardistisch ausnehmen. In den meisten Schulen sind die neuen Medien immer noch neu; die Curricula an Hochschulen sind auf den Präsenzunterricht ausgerichtet; Schulbuchverlage werden weiter mit öffentlichen Mitteln durchgefüttert; an vielen Schulen ist sogar der Zugang zu Facebook gesperrt. Wer in diesen von cultural inertia (Kroes) blockierten Strukturen neue Wege gehen will, empfindet die Rede und hoffentlich auch die Politik von Nellie Kroes als Ermutigung.

They have to die, hat mir neulich ein kroatischer Professor über diejenigen seiner Kollegen gesagt, die Digitalisierung und Elearning blockieren. Die europäische Kommission wird hoffentlich dazu beitragen, dass wir nicht so lange warten müssen.

Nellie Kroes spricht ausdrücklich von digital literacy als Voraussetzung für die Teilnahme am politischen und wirtschaftlichen Leben in diesem Jahrhundert:

First, we need to make digital literacy, digital skills and technology-supported learning central to the public policy agenda. You are nowhere without digital skills in the 21st century. Ignoring that fact will just breed social exclusion.

Dieser Abschnitt interessiert mich besonders, denn wir haben uns im Web Literacy Lab dieselben Ziele und mit literacy auch denselben Begriff auf die Fahne geschrieben. Kroes meint in diesem Abschnitt mit digital literacy vor allem das Beherrschen technischer Tools. Digital literacy lässt sich aber viel weiter verstehen—Nellie Kroes skizziert in ihrer Rede ein Bildungsideal, nicht nur technische Kompetenzen. Digital literacy ist Bildung, die die Möglichkeiten der digitalen Kultur eröffnet, so wie literarische Bildung bisher den Zugang zur Schrift- und Buchkultur ermöglicht hat.

Bei Schulen und Hochschulen wird der Bedarf nach Wissen über und zur digital literacy schnell wachsen. Wir sollten bei unserem Forschungsprojekt darauf reagieren und die Frage nach digital literacy z.B. in der Schule und Hochschule explizit stellen.

[Auch gepostet in Lost and Found]

Beispiele von ePortfolios mit der Verwendung von Blogs

Studierende des Studiengangs Journalismus und PR an der FH JOANNEUM führen seit 2009 Ihr eigenes ePortfolio im Web. Dafür verwenden Sie persönliche, im Web öffentliche, Blogs.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Online Schreiben bekamen die Studierenden des ersten Semesters eine Einführung zum Thema ePortfolio und die Aufgabe, ihr ePortfolio in einem Blog zu führen. Während der Lehrveranstaltung wurden das Thema „ePortfolio“ und die Erfahrungen der Studierenden immer wieder während des Unterrichts diskutiert. Seit dem Ende der Lehrveranstaltung ist die Führung der ePortfolios freiwillig, interessierte Studierende können aber nach Interesse und bei Bedarf zwei Mal im Jahr in Hinsicht auf ihr ePortfolio betreut werden. Uns Lehrenden war es wichtig, dass die ePortfolios von den Studierenden selbst eröffnet, verwaltet und kreativ gestaltet werden, so dass diese Praxis die Dauer der Lehrveranstaltung und eventuell ihres Studiums an der FH  überlebt.

Einige ePortfolios der Studierende finden Sie unter diesen Links:

http://christinedrechsler.blogspot.com/

http://monsignorerubi.wordpress.com/

http://bittersuesss.wordpress.com/

http://henric.mur.at/

Sehr geholfen hat die Tatsache, dass die Studierende des Studiengangs Journalismus und PR gerne schreiben und auch darauf eingestellt sind, für die Öffentlichkeit zu schreiben.

Online-Kurs: Lernen und Lehren mit Social Media

Unsere ersten Erfahrungen aus dem Web Literacy Lab fließen in den neuen Online Kurs: Lernen und Lehren mit Social Media ein, der zum ersten Mal im November 2011 angeboten wird. In dem Kurs experimentieren Lehrende, LehrerInnen und TrainerInnen drei Wochen lang mit ausgewählten Social Media Tools, erfahren neue Wege des Lernens und Lehrens und bilden eigene Meinungen zu den Chancen und Risiken, die diese Medien mit sich bringen.

Der Kurs wird auf diversen Social Media Plattformen abgewickelt. Er basiert auf einem lernenden-zentrierten didaktischen Konzept und startet auf Facebook. Die TeilnehmerInnen bekommen Unterstützung, um die für sie interessanten Werkzeuge in der Gruppe auszuprobieren, ihre eigenen Ziele zu setzen, und diese in Kooperation mit Hilfe der anderen TeilnehmerInnen und des WLL Teams zu erreichen.

Vielfältige Ziele können in diesem Kurs erreicht werden, das wichtigste ist aber, dass die TeilnehmerInnen am Kursende über ein professionelles Online Netzwerk und die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, um weiterhin als Lerngruppe mittels Social Media zu agieren und sich weiterzuentwickeln.

Konkrete Informationen zum Kursablauf, Ziele, Kosten und Organisatorisches finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!